SAW-Einzelfilter
Zu den wichtigsten Anwendungen dieser Hochfrequenz-Filter gehören Sende- und Empfangssysteme von Mobiltelefonen, wo sie das Telefonieren in verschiedenen Mobilfunkstandards wie UMTS und GSM ermöglichen. Gleichzeitig sind sie in Mobilfunkgeräten Schlüsselbauelemente für Funktionen wie Navigation, Radio- und Fernsehempfang sowie Internet-Zugriff über Wireless LAN.
Mobiltelefone wandeln sich immer stärker zu Multifunktionsgeräten, die mehr und mehr Anwendungsmöglichkeiten bieten, dabei aber handlich-klein bleiben sollen. Zumindest von High-End-Mobiltelefonen erwartet der Nutzer, dass diese überall problemlos funktionieren – also muss das jeweilige Gerät mehrere Mobilfunkstandards unterstützen und damit Multimode- und Multiband-tauglich sein. Mobilfunkgeräte lassen sich trotz ihres zunehmenden Funktionsumfangs aber nur dann in gewohnt kompakter Ausführung herstellen, wenn die eingesetzten elektronischen Bauelemente und Module immer kleiner beziehungsweise darin immer mehr Funktionen integriert werden.
Ein weiteres Einsatzgebiet von SAW-Einzelfiltern sind Multimedia-Geräte: In TV-Geräten, Set-Top-Boxen für den Kabel- und Satelliten-Empfang von TV-Programmen sowie DVD- und Festplatten-Recordern bestimmen sie die Bild- und Tonqualität entscheidend mit. Darüber hinaus werden SAW-Einzelfilter und sogenannte SAW-Resonatoren in Kraftfahrzeugen, etwa in funkbasierten Zentralverriegelungen, Reifendruck-Überwachungssystemen und Navigationsgeräten eingesetzt.
Abhängig vom Verwendungszweck fertigt EPCOS seine SAW-Einzelfilter in unterschiedlichen Gehäusetypen. Für Multimedia-Filter werden Kunststoffgehäuse verwendet, während Filter für Systeme und Geräte der Automobil-Elektronik mit Keramikgehäusen gefertigt werden. Bei Mobilfunkanwendungen kommt die CSSP-Technologie (Chip Sized SAW Package) zum Einsatz, mit der sich stark miniaturisierte Produkte herstellen lassen.
Kombinierte Filterprodukte
Um Filterprodukte weiter miniaturisieren zu können, lassen sich auch mehrere Filterfunktionen in einem einzelnen Bauelement platzsparend zusammenfassen. Dazu gehören die 2in1-Filter von EPCOS genauso wie Duplexer, die vor allem in UMTS-Mobilfunkgeräten eingesetzt werden. In diesen Bauelementen wird der Sende- und Empfangsfilter kombiniert, was das gleichzeitige Senden und Empfangen von Funksignalen ermöglicht. Für den Sendepfad werden neben SAW-Filtern auch BAW-Filter (Bulk-Acoustic-Wave-Filter) genutzt. Mit BAW-SAW-Duplexern von EPCOS gelang es erstmals, die Vorteile zweier Filtertechnologien in einem Bauelement zu integrieren.
Module
Weiter verstärkt wird der Miniaturisierungsgrad durch die Integration von Einzelfiltern und Duplexern in Hochfrequenz-Module. Diese Schlüsselbauelemente werden kunden- und applikationsspezifisch gefertigt. Im Vergleich zu Lösungen mit Einzelbauelementen können Hersteller von Mobilfunkgeräten mit Modulen auf der Leiterplatte bis zu 90 Prozent Platz einsparen. Als Integrationsplattform nutzt EPCOS die keramische Vielschichttechnologie, mit der sich dutzende Bauelementefunktionen in einem Modul zusammenfassen lassen. Neben mehreren Filtern lassen sich inzwischen auch Verstärker und Schalter integrieren. Als Trägermaterial dient ein mehrlagiges LTCC-Substrat (LTCC: Low-temperature Co-fired Ceramics). Zwischen den Lagen sind die Funktionen passiver Bauelemente wie Kondensatoren, Induktivitäten und Varistoren eingebettet.
Neben den Hochfrequenz-Modulen bietet EPCOS spezielle ESD-/EMI-Module, die empfindliche Elektronik vor elektrostatischen Entladungen (ESD) und elektromagnetischen Interferenzen (EMI) schützen.